Green

6 März 2019IDM

Green Building: Experten aus aller Welt in Südtirol, um über die neuesten Trends zu diskutieren

Im Rahmen von „Restore“ wird sich im Bozner NOI Techpark eine Woche lang alles um das Thema regenerative Wirtschaft drehen. Carlo Battisti, Chair des Projekts: „Wo kann man über Nachhaltigkeit besser diskutieren und reflektieren als hier?”

Der Klimawandel kommt schneller als gedacht, und die bisher ergriffenen Gegenmaßnahmen reichen nicht mehr aus. Das Problem fordert ein rasches Handeln und einen neuen, radikaleren Ansatz. Aus diesem Grund findet am 14. März 2019 im NOI Techpark in Bozen die (Un)Conference zur Halbzeit von Restore (REthinking Sustainability TOwards a Regenerative Economy) statt. Das Projekt wurde 2017 im Rahmen des gesamteuropäischen Programms COST (Europäische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie) gestartet. Ziel der Initiative, die von Eurac Research koordiniert wird, ist die Stärkung der Forschungs- und Innovationskapazitäten in Europa.

„Restore ist ein anspruchsvolles Projekt mit globaler Reichweite”, erklärt Carlo Battisti, Chair von Restore im Auftrag von Eurac Research. „Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass wir uns bisher nur darauf beschränkt haben, die Schäden für unsere Umwelt und folglich für die Gesundheit und das Wohlergehen der Gesellschaft zu minimieren. Nun sollten wir hingegen in die Offensive gehen, und Gutes für Umwelt und Gesellschaft tun. Wir brauchen also einen echten Paradigmenwechsel. Deshalb sprechen wir von ,restaurativer und regenerativer Wirtschaft’.”

Während der Restore-Woche, zu der im Bozner Technologiepark rund 100 Teilnehmer aus ganz Europa und sogar aus Neuseeland erwartet werden, finden drei Trainingseinheiten zum Thema „Regenerative Construction and Operation“ und ein Treffen des Management Committees, also der Mitglieder des Projektmanagementausschusses, statt. Ebenso auf dem Programm steht die Kick-off-Veranstaltung der Arbeitsgruppe, die die technologischen Lösungen zur Umsetzung regenerativer Konzepte und Projekte analysieren soll. „Wir sind stolz darauf, das Restore-Projekt zu koordinieren”, kommentiert Roberto Lollini, wissenschaftlicher Leiter des Projektes und Leiter der Arbeitsgruppe Technologien. „Damit haben wir die Grundlage für eine neue Vision des Bausektors definiert. In Zukunft sollen Bauwerke nicht nur das Wohl der Menschen garantieren, die darin leben und arbeiten, sondern auch einen Beitrag leisten, um die Umwelt zu regenerieren.” Die Vision sei faszinierend, fordere allerdings eine ordentliche Portion Realismus. „Deshalb wollen wir jetzt nach technologischen Lösungen suchen, die eine hohe Umweltqualität und den effizienten Einsatz von Finanzmitteln und Ressourcen garantieren. In dieser Phase des Projektes ist es daher ausschlaggebend, einen konkreten Beitrag zur Sensibilisierung von Unternehmen und Branchenfachleuten zu leisten.”

Wenn „Grünes Bauen” als solches nicht mehr ausreicht, ist es notwendig, die Zahl der Mitstreiter zu erhöhen, die Fähigkeiten zu integrieren und die Erfahrungen auszutauschen. Zur (Un)Conference sind deshalb nicht nur Architekten und Ingenieure geladen, sondern auch Ökonomen, Geografen, Informatiker, Biologen, Agronomen, Designer und alle, die sich eine Zukunft vorstellen können, die regenerativ, sozial gerechter, kulturell reicher und wirtschaftlich nachhaltiger sein wird. Allesamt Ziele, die sich die Vereinten Nationen 2015 mit der Verabschiedung der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung gesetzt haben und die zur Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens geführt haben.

(Carlo Battisti)

Und gerade über die 17 SDGs (die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung) sollen die Teilnehmer an der (Un)Conference reflektieren – und zwar im Rahmen eines Workshops, der das Querdenken forciert. Dabei sollen Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert werden. „Schließlich beziehen sich die SDGs nicht nur auf das Bauwesen, sondern auch auf die Nahrungsmittelproduktion, auf die Nutzung natürlicher Ressourcen, auf soziale Eingliederung und Innovation”, ergänzt Battisti. „Grundthemen, die im NOI Techpark fruchtbaren Boden finden. Wo kann man über Nachhaltigkeit besser diskutieren und reflektieren als hier?” Der Aufruf zum Handeln, um sich an der Planung nachhaltiger urbaner und natürlicher Ökosysteme zu beteiligen, ist offen. Alle Informationen zur Registrierung finden Sie hier.