Forschung

27 Februar 2019IDM

Virtuelle Realität, Drohnen, Roboter: Der NOI Techpark öffnet sich für die Forscher der Zukunft

Im Rahmen der Initiative „miniNOI“ schlüpften mehr als 500 Kinder in die Rolle von Wissenschaftlern und hatten so die Gelegenheit, die Labore des Bozner Technologieparks hautnah zu entdecken. Dabei galt nur eine Regel: „Nicht experimentieren verboten!“

Kleine „Archimedese“ wachsen heran. Und zwar im NOI Techpark in Bozen, wo innerhalb von vier Monaten mehr als 500 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren die Rolle von Wissenschaftlern und Forschern eingenommen haben und sich in Experimenten in den Bereichen Food Technologies, Green Technologies, Automation und Alpine Technologies versucht haben – den vier Säulen der Innovation im Technologiepark. Erlebnisse, die ins Schwarze getroffen haben, so sehr, dass – während hinter der ersten Auflage gerade erst der Vorhang gefallen ist – bereits nach einer Zugabe gefragt wird. Und das, obwohl „miniNOI“, wie die Bezeichnung für die Wissenschaftsreihe für kleine Innovatoren lautet, „lediglich“ als Pilotprojekt begonnen hat. 

„Das Interesse war von Anfang an groß. Sowohl die behandelten Themen als auch der gewählte Ansatz faszinierten Kinder ebenso wie die sie begleitenden Eltern. Der Grund dafür ist, dass wir unsere jungen Protagonisten dazu gebracht haben, sich selbst auf die Probe zu stellen und die Wissenschaft dadurch mit ihren eigenen Händen zu berühren. Dank der Zusammenarbeit mit den Fachleuten von Pleiadi, einem auf wissenschaftliche Kommunikation spezialisierten Unternehmen, haben wir die Kinder zum Denken und Gestalten angeregt und ihr Vorstellungsvermögen und ihr kritisches Bewusstsein geschult“, sagt Projektkoordinatorin Elisa Weiss. 

Von September bis Mitte Februar gab es insgesamt 16 miniNOI-Veranstaltungen, die allesamt „sold out" waren und an denen zu gleichen Teilen Mädchen und Jungen teilgenommen haben. Ein ermutigendes Zeichen, insbesondere im Hinblick auf die Zukunft und die Notwendigkeit, das Gefälle zwischen Männern und Frauen im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu verringern. „Eines der Formate, an denen die Kinder sich am stärksten beteiligt haben, war ‚tinkering‘: eine Art Bauwerkstatt, in der sie aufgefordert wurden, eine Lösung für ein Problem zu finden, indem sie ein Höchstmaß an Kreativität freisetzten“, erklärt Weiss. „Aber der Höhepunkt der Begeisterung wurde erreicht, als die jungen Teilnehmer in die Labore des NOI Techparks hineinschnuppern, die Arbeit echter Forscher genau beobachteten und die Funktion der verschiedenen Maschinen und Instrumente entdeckten durften.“ 

Einer der Pluspunkte des miniNOI ist die Nutzung der Synergien, die zwischen den Südtiroler Forschungseinrichtungen bestehen – von Eurac Research über KlimaHaus AgenturFraunhofer Italia und Freier Universität Bozen bis zum Versuchszentrum Laimburg. Jene Akteure, die unter dem Dach des NOI Techpark, die Initiative gemeinsam ins Leben gerufen haben, indem sie eine echte Wissenschafts-Werkstatt für Kinder geschaffen haben. Im ersten Monat konzentrierte sich das Projekt auf Green Energies, darunter Fotovoltaikmodule, Umweltverschmutzung und ein „Bauern-Roboter“, der überprüft, ob Pflanzen gesund sind. Im zweiten Monat ging es um die Automatisierung, das heißt um Drohnen, Coding und Virtual Reality. Der dritte Monat schließlich stand im Zeichen der Lebensmitteltechnologien, dabei ging es darum zu verstehen, wie man Gerüche und Geschmäcker wahrnimmt, woraus sich Lebensmittel zusammensetzen und wie man sie konserviert. Abschließend standen die alpinen Technologien im Mittelpunkt: Mit vielen interaktiven Experimenten, die sich den Eigenschaften von Wasser und Schnee widmen, und mit einem Besuch im brandneuen terraXcube, dem Labor, das extreme Wetterbedingungen nachbildet – von der Eiseskälte auf Achttausendern im Himalaya bis zur Gluthitze in nordafrikanischen Wüsten.

Die erste Auflage des MiniNOI bot einen multidisziplinären und multisensorischen Weg, bei dessen Beschreiten nur eine Regel galt: Nicht experimentieren verboten!